Mulackritze, Orchestrion und Charlotte – das Gründerzeitmuseum in Mahlsdorf

Ich lebe inzwischen 21 Jahre in Berlin und war nie in Versuchung gekommen, das Gründerzeitmuseum zu besuchen. Ein paar alte Möbel, ok, dafür fährt man ja nicht unbedingt bis Mahlsdorf, oder? Kürzlich stolperte ich allerdings bei Recherchen zu Überbleibseln aus den 20er Jahren auf die legendäre Künstler- und Schwulenkneipe „Mulackritze”, die von einer Charlotte von Mahlsdorf vor dem Abriss gerettet und im Keller des Museums originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Vielleicht würde es sich ja doch lohnen? Ich überzeugte meine Mutter von dem kleinen Ausflug und die Tram 62 brachte uns von Köpenick gemächlich ans Ziel.

Eingangstor Gründerzeitmuseum Berlin

Der historische Gutspark

Als wir ankamen, wurden wir erstmal in den Park geschickt, da sich bereits ein paar Gäste im Museum aufhielten. Wir machten also einen kleinen Spaziergang durch die Anlage, die nach historischem Vorbild in den 1990er Jahren wieder instand gesetzt wurde. Die knorrigen Obstbäumchen erinnerten mich irgendwie an den Garten meiner Großmutter. Kurz bevor wir wieder am Eingang waren, kamen wir an einem Denkmal vorbei.

Denkmal für Charlotte von Mahlsdorf

Ich staunte nicht schlecht, denn ich hatte vermutet, dass Charlotte von Mahlsdorf die adlige Gutsbesitzerin war – aber die tatsächliche Geschichte ist viel interessanter …

Das Museum – Reise in die Gründerzeit

Gründerzeitmuseum Berlin

Eine Mitarbeiterin begleitete uns durch die Räume und erzählte begeistert von der Gründerzeit, den Ausstellungsstücken und von der Entstehungsgeschichte der Sammlung. Wer denkt, dass hier nur ein paar alte Möbelstücke, Öfen und Nachttöpfe rumstehen, der irrt sich gewaltig. Für mich besonders faszinierend waren die vielen Musikautomaten, denen die Gründerin eine besondere Leidenschaft entgegenbrachte. Grammophone und Spieldosen kennt ja vermutlich jeder, aber wir bekamen auch Edison-Phonographen erklärt, selbstspielende Klaviere – Pianolas – vorgeführt und besonders beeindruckend: ich sah zum ersten Mal ein Orchestrion. Was zuerst einfach wie ein alter Schrank wirkt, ist tatsächlich ein mechanischer Musikautomat, der bei Münzeinwurf ein komplettes Orchester imitiert. Das Exponat, das noch funktioniert, stand wohl bis in die späten 50er Jahre in einem Ausflugslokal und spielte dort zum Tanz auf.

Charlotte von Mahlsdorf

Bei der Führung durch die Räume des Museums bekommt ihr viel über Charlotte erzählt, aber ich wollte unbedingt mehr wissen und kaufte mir ihre Autobiografie „Ich bin meine eigene Frau“, die ich in den nächsten 2 Tagen verschlang.

Autobiografie Charlotte von Mahlsdorf

1928 als Lothar geboren, fühlte sie sich schon als Kind wie ein Mädchen und litt unter dem brutalen Nazivater, der aus seinem Sohn gerne einen Soldaten machen wollte. Als ihr dieser 1944 mit dem Tod der Mutter drohte, erschlug Charlotte ihn mit einem massiven Küchenrührholz. Sie kam in Jugendhaft, doch als am 22. April die Rote Armee nach Tegel marschierte und Tiefflieger über das Dach des Gefängnisses donnerten, wurde sie kurzerhand vom Anstaltsleiter wegen guter Führung entlassen. In den Trümmern Berlins sammelte sie aus Ruinen Alltagsgegenstände, die den Bombenhagel überstanden hatten, und erweiterte ihre Sammlung, die sie schon als Kind im Haus des Großonkels begonnen hatte. Über das Gutshaus in Mahlsdorf, das sie ebenso wie das Schloss Friedrichsfelde vor dem Abriss bewahrte, schreibt sie: „Dieses Haus ist mein Schicksal. In höchster Not rief es mich, und ich war zur Stelle. Hier habe ich mir meinen Traum verwirklicht. Nicht nur den Traum vom eigenen Museum – es ist mehr als das, es ist mein Zuhause. Ich bin Museumsführer, Bewohner und Putzfrau in einem, und ich habe mich eingerichtet, wie eine Frau der bürgerlichen Mittelschicht sich um 1900 einrichtete“. Sie eröffnete ihr Lebenswerk zunächst in nur 2 Räumen am 1. August 1960.

Die Mulackritze – ein Stück Kulturgeschichte

1963 wurde Charlotte ins Scheunenviertel gerufen. Das Haus, in dem sich die berühmte Kneipe „Mulackritze“ befand, sollte abgerissen werden. Mit dem Handkarren schaffte sie die komplette Einrichtung nach Mahlsdorf, baute den legendären Laden im Souterrain originalgetreu wieder auf und bezeichnete ihn als „Prunkstück meiner Sammlung“. Viele Seiten und Anekdoten widmete sie in ihrem Buch diesem Stück Kulturgeschichte, das sie der Nachwelt erhalten hat: „Künstler, Schauspieler und Literaten zischten in den Zwanzigern hier ihre Molle, denn die Mulackritze war ein sogenannter doller Laden. Zwischen den Ganoven, Strichern und Nutten bewegte sich alles, was im Bohemien-Berlin von sich reden machte: Fritzy Massary, die Grande Dame der Berliner Bühnen, Claire Waldoff, Max Pallenberg, Bertold Brecht { … } und die göttliche Dietrich, damals noch eine pummelige, unbekannte Schauspielerin. { …} Heinrich Zille zeichnete sein Berliner „Milljöh“, das er im Scheunenviertel gefunden hatte, in der Mulackritze. Seine kleine Tochter wippte währenddessen auf dem Schoß irgendeiner Hure oder eines Zuhälters.“ Die Museumsmitarbeiterin erzählte uns, dass sie zwar keine Mittel haben, um dauerhaft einen Ausschank zu betreiben, aber der Zapfhahn funktioniere und zu besonderen Anlässen finden in Berlins ältester Zillekneipe noch Veranstaltungen statt.

Fazit

Ich bin wirklich froh über meine Neuentdeckung und kann euch einen Besuch nur ans Herz legen. Vielleicht lest ihr vorab Charlottes Buch. Mit ihrer Geschichte als Hintergrundwissen ist der Ausflug noch um einiges spannender.

Berolinismus? Nieder mit der Pickelhaube!

Letzte Woche machte ich seit langem mal wieder eine Schifffahrt durch Berlin. Wie jedes Mal fiel mir auf, dass ich viele Begriffe ausschließlich aus dem Mund von Stadtführern kenne. Bestes Beispiel ist meiner Meinung nach der Glockenturm im Tiergarten. In der Sehenswürdigkeitenlandschaft der Hauptstadt absolut unbekannt und überflüssig. Dennoch findet er bei jeder Tour durch Mitte prominente Erwähnung. Da er von der Daimler-Benz AG gestiftet wurde, wird er von den Berlinern „Big Benz” oder „Notre Daimler” genannt – so sagen es jedenfalls die Guides. Klingt ja tatsächlich ganz ulkig, aber sagt eigentlich keiner. Hat sich das nicht vielleicht die Marketing-Abteilung von Daimler-Benz selbst ausgedacht? „Big Ben klingt doch irgendwie wie Big Benz – komm, wir bauen in Berlin einen Glockenturm, geile Idee!” – wer weiß?! Millionenfache Werbung und Erwähnung jährlich (auch hier wieder durch mich) – der Coup hätte sich ausgezahlt. 

Berolinismus – Fakewortschatz für Touristen

Zu solchen Spitznamen gibt es bei Wikipedia übrigens einen eigenen Artikel: Berolinismus. Aber auch dort wird bereits erwähnt, dass viele dieser Begriffe dem Volksmund nur untergeschoben werden. Da kann ich gleich noch mehr Beispiele dieser Schifffahrt nennen: sagt irgendjemand wirklich „Waschmaschine” zum Bundeskanzleramt, „Schwangere Auster” zur Kongresshalle oder „Telespargel” zum Fernsehturm? Wenn überhaupt, dann nur scherzhaft, um sich über das Pseudoberlinerisch lustig zu machen und nicht, weil man sich über das Gebäude selbst lustig machen möchte. Oder?

Wie? Der Engel heißt nicht Goldelse?

Natürlich gilt das nicht für alle Begriffe. Tatsächlich gibt es ein paar Bezeichnungen, die sich im Sprachgebrauch der Hauptstädter so verfestigt haben, dass der tatsächliche Name gar nicht mehr gebräuchlich ist. Ich jedenfalls hätte vor kurzem gar nicht sagen können, wie die „Goldelse” oben auf der Siegessäule tatsächlich heißt – es ist Viktoria, die vergöttlichte Personifikation des Sieges. Auch den „Tränenpalast” kenne ich nicht als „Abfertigungsgebäude des ehemaligen Grenzüberganges Friedrichstraße”. Das mag aber auch daran liegen, dass in riesigen Buchstaben „Tränenpalast” dransteht. Als Berolinismus werden zudem Ortsnamen definiert. Die benutzen tatsächlich alle – Berliner, Zugezogene und Besucher. Aber mal ehrlich: „Alex” für Alexanderplatz, „Boxi” für Boxhagener Platz, „Kotti”, „Stutti”, „Ku’damm”, „Görli” und wie sie alle heißen … das sind meiner Meinung nach stinknormale Abkürzungen und kein linguistisches Phänomen. Anders verhält es sich vielleicht mit „Schweineöde” statt Schöneweide. Und das sagen sogar einige S-Bahnfahrer in ihrer Ansage. 

Sprache im Wandel

Einige der Begriffe – dahingestellt, ob echt oder erfunden – werden aufgrund ihrer Zeitbezogenheit vermutlich irgendwann wieder komplett verschwinden. Wird beispielsweise „Erichs Lampenladen” in Zukunft jungen Leuten irgendwas sagen? Und weiß heute noch jeder sofort wie eine preußische Pickelhaube aussieht? Das soll nämlich der Spitzname des Wasserturms am Ostkreuz sein.

Wasserturm am Ostkreuz

Aus Erfahrung kann ich euch allerdings verraten, dass hier bereits ein sprachlicher Wandel stattgefunden hat. Der steht aber noch in keinem Lexikon! Die Friedrichshainer betiteln das gute Stück einfach als OSTKREUZPIMMEL.

Pickelhaube oder Pimmel?

Kennt ihr vielleicht noch andere neue Begriffe, die tatsächlich gebräuchlich sind?

Ran ans Buffet – Too Good To Go in Berlin

Einige meiner TGTG-Lieblinge habe ich euch bereits vorgestellt, inzwischen habe ich mit der Lebensmittelretter-App fleißig weiter getestet und auch wieder einige schöne Entdeckungen gemacht. Meine Favoriten, bei denen ihr euch an leckeren Buffets bedienen könnt, habe ich euch hier zusammengestellt.

Holiday Inn Berlin – City East Side

Holiday Inn Berlin – City East Side

Nur einen Katzensprung von der neuen East Side Mall in Friedrichshain entfernt, könnt ihr euch an 7 Tagen die Woche am reichhaltigen Frühstücksbuffet bedienen. Bei dem Angebot gibt es vor allem die gängigen Klassiker: Rührei, Speck, Kartoffelpuffer, Pancakes, geschnittenes Gemüse, Obstsalat, Müsli und verschiedenes Gebäck. Ich war in letzter Zeit so oft dort, dass ich einmal schon mit „immer die gleichen” begrüßt wurde. Das Personal hat für euch Pappschachteln zum Mitnehmen, aber man darf sich auch gerne eine eigene Tupperdose mitbringen, auch wenn es nicht in der App steht. 

Mein Tipp: Bringt an schönen Tagen einfach eine Decke mit und bruncht direkt am Wasser. In nur zwei Minuten seid ihr vom Hotel an der Spree und könnt es euch mit East Side Mall im Rücken und Blick rüber nach Kreuzberg auf der Wiese gemütlich machen.

Alte Turnhalle

Restaurant Alte Turnhalle Berlin

In der ehemaligen Sporthalle auf halbem Weg zwischen Ostkreuz und Boxhagener Platz in Friedrichshain wird samstags und sonntags ein wirklich toller Brunch veranstaltet. Im Sommer könnt ihr gemütlich im großen schattigen Biergarten sitzen – oder ihr nehmt euch etwas über TGTG mit nach Hause. Allerdings müsst ihr wirklich schnell sein, wenn ihr eine Retter-Portion abbekommen wollt, denn die Location ist sehr beliebt. Eine eigene Dose ist dabei übrigens zwingend notwendig, denn es werden vor Ort keine Take-away-Boxen angeboten. Das Buffet ist jede Woche anders, aber insgesamt immer sehr fleischlastig. Ich persönlich mag das gerne, Vegetarier haben deutlich weniger Auswahl. Lohnt sich meiner Meinung nach aber trotzdem.

Hotel Oderberger

Hotel Oderberger Berlin

Täglich bietet das schicke Boutique-Hotel Oderberger im Prenzlauer Berg 2 Portionen von seinem Frühstücksbuffet an. Im Gegensatz zum Holiday Inn gibt es hier nicht die ganzen Hotelbuffet-Klassiker, sondern durchaus einige besondere Speisen. Vor allem verschiedenen Fischvariationen können hier für euch übrig bleiben. Um eine geeignete Verpackung zum Mitnehmen müsst ihr euch selbst kümmern. Ich empfehle euch, dass ihr auch 2-3 Minitupperchen einpackt, denn es gibt verschiedene Brotaufstriche in Gläsern wie Eier- und Geflügelsalat, Kräuterbutter oder Frischkäse. Wenn ihr durch den Haupteingang kommt statt über den Hinterhof direkt ins Restaurant, dann könnt ihr übrigens hinter der Rezeption einen Blick auf das historische Neorenaissance-Schwimmbad des Hotels werfen.

Mein Tipp: Wer direkt unterwegs essen will, kann in unmittelbarer Umgebung zwischen Mauerpark und Kollwitzplatz wählen.

Mehr Buffets

Bei TGTG sind viele Hotels gelistet, die im Moment allerdings keine Portionen inserieren. Ich vermute, dass manche Hotels aufgrund von Hygienevorschriften nur À-la-carte-Essen serviert oder sich ein Buffet derzeit einfach nicht lohnt. Weitere regelmäßige Anbieter, die ich allerdings noch nicht getestet habe, sind beispielsweise:

  • Hotel ibis Berlin Hauptbahnhof
  • Hotel ibis Berlin Kurfürstendamm
  • Novotel – Berlin Mitte

(Ich kooperiere weder mit TGTG noch mit einem der genannten Restaurants/Hotels. Ich möchte lediglich Spaß und Interesse am Lebensmittelretten wecken.)

Kurzurlaub in Oranienburg mit Kind

Nachdem in Beelitz die Unterkunft das Highlight unserer Tour war, plante ich diesmal umgekehrt und suchte das Ziel ausschließlich nach der Übernachtungsmöglichkeit für meine Tochter und mich aus. Die Wahl fiel auf Schmachtenhagen, einen etwas außerhalb gelegenen Ortsteil von Oranienburg, wo wir in einem gemütlichen Bauwagen direkt an einer Pferdekoppel wohnten. Das Rahmenprogramm stand auch schnell fest: neben Pferde striegeln und reiten, plante ich einen Besuch im Freizeitpark Germendorf, im Schloss Oranienburg und im Schlosspark mit seinem riesigen Abenteuer- und Wasserspielplatz.

Auf ins Landabenteuer

Ich war nie ein klassisches Pferdemädchen, trotzdem gefiel mir die Vorstellung in einer kleinen abenteuerlichen Unterkunft direkt an einer Koppel ein paar gemütliche Tage zu verbringen. Die Anreise ohne Auto muss allerdings sorgfältig geplant werden, denn Schmachtenhagen gehört zwar zu Oranienburg, liegt aber nicht wirklich im Stadtgebiet, sondern jwd. Die Busse fahren maximal alle 2 Stunden und am Wochenende noch etwas seltener. Nach einer kleinen Odyssee erreichten wird die Haltestelle „Bauernmarkt”, wo ihr inzwischen nur noch Überreste des einstigen Oberhavel Bauernmarktes findet. Die gesamte Anlage soll wohl abgerissen werden, im Moment bewohnt jedoch noch ein einsamer Pfau den Streichelzoo und drei gigantische Trampoline stehen auf einer Wiese – meiner vierjährigen Tochter war das mehr als genug und sie tobte sich erstmal ordentlich aus, bevor wir über einen von Strohballen gesäumten Feldweg zum Reiterhof marschierten. Der gefiel mir auf Anhieb super und sogar noch deutlich besser als auf den Fotos bei Airbnb. 

Reiterhof in Schmachtenhagen
Reiterhof Schmachtenhagen

Ausflug nach Germendorf

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserem ersten Ausflug. Wir gingen schon früh los, um noch auf dem Bauernmarkt ein wenig zu spielen, bevor uns der zweite Bus des Tages nach Oranienburg brachte. Der Dinopark liegt leider in einem ebenso abseits gelegenen Ortsteil – nur genau auf der anderen Seite der Stadt. Da wir keine weiteren Pläne hatten war das aber nicht weiter schlimm. Und Germendorf ist die Anfahrt mehr als wert, denn euch erwarten hier Zoo, Freizeitpark, Dinowelt und sogar Strandbad in einem und es kostet für Erwachsene nur 5 Euro Eintritt. Kinder zahlen sogar nur 2 Euro. Hier kann man sich locker den ganzen Tag aufhalten.

Tier- und Freizeitpark Germendorf

Ein absolutes Highlight ist, dass sich einige Tiere völlig frei im Park bewegen können und teilweise nur wenig Scheu vor Menschen haben. Da wir unter der Woche da waren, traute sich das Damwild heraus und lief direkt neben uns her. Einige Tiere warteten bereits an den Futterautomaten und wir hatten keine Chance – bevor wir das Granulat herausnehmen und verteilen konnten, steckten bereits mehrere Zungen am Auslass und schnappten das Essen direkt weg. Spaß macht das aber natürlich trotzdem! Das Areal mit den Dinosauriermodellen in Originalgröße finde ich ja ein bisschen gruselig und noch unheimlicher, wenn wenig Leute unterwegs sind. Meiner Tochter ging es genauso und an manchen Stellen sind wir vorsichtshalber ein Stück gerannt.

Da wir mit dem Wetter Glück hatten, wateten wir ein bisschen durch das Wasser an dem kleinen Badeteich und saßen entspannt im Sand. Allerdings ging meine Kleine nur rein, wenn ich mitkam und ihre Hand hielt. Die monströse Riesenkrake in dem kleinen Tümpel ist aber auch wirklich ein bisschen creepy!

Krake, Tier- und Freizeitpark Germendorf

Hüpfburg, Märchenbahn, Spielplatz – wir nahmen alles mit und erwischten am frühen Abend noch den letzten Bus ins Nirgendwo. Meine Tochter schlief direkt als wir saßen …

Spaß im Schlosspark Oranienburg

Vom S-Bahnhof ist es nicht weit bis zum Schloss, ihr könnt die Strecke leicht laufen. Das Anwesen leuchtet euch wenn ihr näher kommt auf der anderen Seite der Havel in strahlendem Weiß entgegen.

Schloss Oranienburg

Die Anlage geht auf einen Landsitz zurück, der im 17. Jahrhundert für Louise Henriette von Oranien errichtet wurde, der Ehefrau des damaligen Kurfürsten. Da meine Kleine im Moment noch meine Begeisterung für Schlösser teilt war klar, dass wir auch eine Runde durch das Museum drehen. Eine Sitzgruppe aus Elfenbein, die in Südamerika hergestellt wurde, hat uns besonders gefallen. Aber Auch die riesigen vergoldeten Kelche in der Silberkammer – sie überlegte, wie groß der Mensch wohl war, der daraus getrunken hat … nach etwa einer Stunde schlenderten wir dann weiter in den Schlosspark, der für die Landesgartenschau 2009 neu gestaltet wurde.

Schlosspark Oranienburg

Es gibt einen historischen Teil und kleinere Themengärten, allerdings haben wir es gar nicht geschafft uns das anzusehen, da wir mehrere Stunden auf dem Wasser- und Abenteuerspielplatz verbrachten. Man sah schon von Weitem die bunten Hüpfkissen und dann gab es kein Halten mehr …

Schlosspark Oranienburg

Die wahrscheinlich größte Attraktion ist die Planschanlage mit dem großen Wal und den Fontänen. Durch diese fließt Wasser durch mehrere Kanäle, wo Kinder Wasser mit Schleusen aufstauen können. In den Sommerferien ist hier sicher die Hölle los. Außerdem gibt es ein großes Spielhaus mit Rutschen und einem Twisterspiel – die Idee haben wir zuhause gleich übernommen und mit Tapete und Pappe nachgebastelt.

Oranienburg für kleine Pferdefreunde

Als wir vom Schlosspark zurück zum Hof kamen war gerade der Hufschmied da, dem wir beim Beschlagen zusehen durften. Die Reitlehrerin Tanja hat uns noch ein bisschen was dazu erzählt und wir bekamen ein Hufeisen als Andenken geschenkt. Am nächsten Morgen war es endlich soweit und eine Reitstunde stand an. Zuerst wurde gestriegelt, dann durfte sie aufsitzen und es ging los. Sie war am Anfang natürlich etwas unsicher, aber mit der Zeit immer entspannter. Ich denke, dass ihr das lange in Erinnerung bleiben wird.

Fazit

Für einen Kurzurlaub in Oranienburg ist für Kinder jede Menge Abwechslung geboten. Verbunden mit einer Abenteuerübernachtung kann ich es euch absolut empfehlen! Den nächsten Trip werde ich auf jeden Fall wieder anhand der Unterkunft aussuchen … ich hab schon eine wunderbare Favoritenliste!

Skandal im Grunewald oder die Kotze-Affäre

Ich wollte ein bisschen über das Jagdschloss Grunewald recherchieren und die nächsten Tage mal hinfahren. Obwohl ich eigentlich noch unsicher war, denn eine Gemäldesammlung und ein Jagdmuseum – eigentlich beides nicht wirklich nach meinem Geschmack. Aber dann stolperte ich über einen höfischen Skandal und suchte weiter. Ich stieß auf etliche Zeitungsartikel mit vielversprechenden Titeln. Von „wilden Sex-Spielen”, „Gruppensex im Grunewald: Es begann mit einer Swingerparty”, „Sex-Skandal im Kaiserreich: Orgie im Jagdschloss Grunewald” oder auch einer „Rudelei” war da die Rede. Mein Interesse war geweckt, ich las immer weiter und tauchte amüsiert und fasziniert ein in die Kotze-Affäre von 1891

Jagd- oder Lustschloss?

Klar, jetzt wollt ihr wissen, was da los war. Aber erstmal noch ein paar seriöse Infos! Berlins ältester Schlossbau wurde ab 1542 von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg für Jagdaufenthalte in Auftrag gegeben und hieß erstmal „Zum grünen Wald”. Friedrich I. ließ Anfang des 18. Jahrhunderts einige Umbauten vornehmen und barocke Stilelemente ergänzen. Die gesamte Anlage umfasst neben dem Schloss auch noch einige Neben- und Wirtschaftsgebäude. 

Eingangstor Jagdschloss Grunewald
Nebengebäude Jagdschloss Grunewald

Höfische Orgie mit Folgen

Charlotte von Sachsen-Meiningen, die Schwester des Kaisers, hatte eine illustre Gesellschaft zu einer Schlittenfahrt durch den Grunewald mit anschließender Party im Jagdschloss eingeladen. Unter den Feiernden waren neben der Gastgeberin etliche Mitglieder der Herrscherfamilie und andere Adlige. Wohl enthemmt von Punsch kam es dann zu einer ausschweifenden Nacht, in der alles erlaubt war – auch Praktiken, die damals unter Strafe standen. Erstmal eigentlich nicht so schockierend und wer weiß, ob nicht viele Feiern in abgelegenen Herrensitzen so endeten. Allerdings verschickte daraufhin ein anonymer Verfasser schlüpfrige Frühstückspost – quasi auf dem Silbertablett erhielten die TeilnehmerInnen einen Brief, in dem die Geschehnisse in allen pikanten Details geschildert und angeprangert wurden. Und der Absender war zudem besonders kreativ: er beklebte damals gängige pornografische Bildpostkarten mit den ausgeschnittenen Gesichtern der blaublütigen Swingerparty-Gäste. Zudem wurden noch selbstgemalte Bilder von Geschlechtsteilen dazugelegt – da hat sich jemand richtig Mühe gegeben, den Empfängern den Appetit zu verderben! Und da sich die preußischen Royals damals von ihren Angestellten die Post öffnen ließen, blieb das Ganze natürlich nicht lange geheim. Und es sollte auch nicht bei dieser einen Frühstückspost bleiben. Insgesamt wurden nach und nach über 200 solcher Briefe verschickt, in denen beispielsweise Sexualpartner hochwohlgeborener Damen genannt wurden. Heute lagern sie übrigens im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, aber ihr könnt auch Auszüge und Abbildungen in Büchern finden.

Bücher zum Sexskandal im Grunewald

Kein Ende und ein Toter

Als die Gerüchteküche unkontrollierbar überkochte, wurden die Briefe der Polizei übergeben. Man versuchte einen eher unbeliebten Gast der Swingerparty zum Sündenbock zu machen, den Hofzeremonienmeister mit dem schönen Namen Leberecht von Kotze. Der wurde festgenommen, es konnte ihm jedoch nichts nachgewiesen werden. Heutiger Forschungsstand ist ohnehin, dass der Verfasser wohl eher eine Frau war, denn ein Mann hätte wohl keine so detaillierten Darstellungen weiblicher Geschlechtsorgane anfertigen können. Damals wie heute als verdächtig gilt Herzogin Charlotte von Meiningen, allerdings wird sich der amüsante Skandal wohl nie aufklären lassen. Neben dem Gerede und der Häme hatte die lauschige Party auch noch tragische Folgen: Herr Kotze verlangte für seinen Rufmord nämlich Genugtuung und tötete im Duell einen seiner Beschuldiger, den Hofbeamten Freiherr Karl von Schrader. 

Besuch im Sündenpfuhl

Nachdem ich am Ende wirklich viel über das Schloss, die Party und die ganze Affäre gelesen hatte, wollte ich natürlich hinfahren. Ein etwa 1 Kilometer langer Waldweg führt euch von der Bushaltestelle Clayallee/ Ecke Königin Luise Straße direkt zu dem Anwesen, das idyllisch am Grunewaldsee liegt. Erwartet aber nichts Pompöses, man sieht der Anlage an, dass sie tatsächlich mal als Jagdschloss gedacht war. 

Jagdschloss Grunewald

Drinnen war ich die einzige Besucherin, leider befindet sich dort kein einziges Möbelstück mehr. Die Räume sind komplett saniert und präsentieren etwas steril die Cranach-Ausstellung. Da ich ohnehin von der Mitarbeiterin quasi begleitet wurde, fragte ich mal nach: vermutlich war das Schloss aufgrund der Kälte und Feuchtigkeit nie dauerhaft möbliert und es ist auch nichts erhalten. Schade, da muss man seine Fantasie schon echt anstrengen, um sich dort einen fröhlichen Winterabend mit Orgie vorzustellen.

Treppenhaus Jagdschloss Grunewald

Ich steige die Wendeltreppe ziemlich schnell wieder runter und werde dort mit ungläubigen Blicken empfangen: „Schon fertig?”. Ich flüstere dem Angestellten am Eingang zu, dass ich mich gar nicht für Malerei interessiere. Kurz schnappt er hinter seiner Maske schockiert nach Luft, muss dann aber doch lachen. Dafür bekomme ich sogar noch ein kleines Kunstmuffel-Extra. Er kommt mit mir in die dem See zugewandten Räume im Erdgeschoss, zieht das Rollo hoch und öffnet unter sichtlicher Anstrengung das Fenster und das massive Gitter, damit ich die momentan gesperrte Terrasse und das Wasser fotografieren kann –  das ist doch mal ein Service!

Grunewaldsee und Schlossterrasse

Kostenlose Lastenräder – fLotte Berlin

Für mich als Autolose eine nützliche Entdeckung, aber auch ein guter Tipp für alle, die der Umwelt zuliebe ihr Auto öfter mal stehen lassen wollen: das kostenfreie Lastenrad-Verleihsystems fLotte  vom ADFC Berlin. Im Januar 2018 startete das Projekt mit fünf Rädern, inzwischen könnt ihr insgesamt 130 unterschiedliche Modelle mieten und die Verleihstationen verteilen sich über sämtliche Bezirke. Wir haben letzten Samstag beim Nachbarschaftshaus „Kiezspinne“ in Lichtenberg das Rad „Bruno“ ausgeliehen und damit eine Spielplatzhoppingtour unternommen.

fLotte Berlin

Je größer und schwerer das Lastenrad ist, desto ungewohnter und schwieriger ist natürlich die Handhabung. Aber man bekommt den Dreh schnell raus. Es gibt übrigens etliche unterschiedliche Modelle, die sich für alle möglichen Vorhaben anbieten. „Bruno“ hat beispielsweise zwei Sitzbänke für Kinder mit Platz und Anschnallgurten für vier kleine Mitfahrer. Andere Räder eigenen sich besonders für einen Großeinkauf oder einen kleineren Möbeltransport. Auch für eine gelegentliche Entrümpelungsfahrt zum BSR-Hof sind die Lastenräder ideal.

Auf der Seite „Verfügbarkeit“ könnt ihr euch vorne in der Tabelle per Klick die Bilder der Räder ansehen und das am besten geeignete für eure Tour auswählen. Buchbar sind die Bikes bis zu 14 Tage im Voraus für maximal drei Tage. Wer spontan ein Rad braucht, kann unter „kurzfristig buchbar“ alle noch verfügbaren Lastenräder für denselben und nächsten Tag abrufen.

Ich finde das Projekt super und werde auf jeden Fall noch öfter davon Gebrauch machen. Vielleicht kann ich ja auch euch dafür begeistern. Weniger Autos auf Berlins Straßen – wäre das nicht schön?!

Action für Teenager in Berlin

Mit kleinen Kindern gehen die Möglichkeiten in Berlin nie aus! Aber was, wenn die Kleinen irgendwann zu groß sind für den Zoo, das Legoland, Kinderbauernhöfe und Spielplätze? Ich sag es gleich vorweg: es gibt geniale Möglichkeiten, um Jugendliche in der Hauptstadt zu bespaßen, aber leider sind die meisten davon nicht gerade günstig. Dennoch hab ich in den Sommerferien für meinen Sohn und meinen Neffen (13 & 15) ein ordentliches Spaßpaket geschnürt und wir haben echt coole Sachen ausprobiert.

Windobona

Den Windkanal in Lichtenberg hatte mein Sohn schon am Anfang der Sommerferien ausgetestet und war so begeistert, dass er direkt überlegte, ob er vielleicht später mal dort arbeiten kann. Also buchten wir gleich nochmal. 

Windobona Berlin

Ihr müsst ca. eine Stunde vor eurem Flug dort ankommen, denn es wird etwas Vorlauf benötigt. Erstmal bekommt ihr zusammen mit eurer Gruppe eine ausführliche Einweisung von einem der Instruktoren. Begleitpersonen können es sich in der Zeit draußen gemütlich machen oder kostenlos Air Hockey und Kicker spielen. Dann werden die Overalls, Helme und Brillen verteilt und es wird ernst …

Anfänger werden vom Instruktor einzeln für einen Flug in den 17 Meter hohen Windkanal gehoben. Zuerst sehen die meisten dabei etwas unsicher aus und müssen sich erstmal daran gewöhnen. Der erste Versuch dauert eine Minute. Wenn alle an der Reihe waren, geht es erneut für eine Minute in den Kanal. Wer sich traut und sicher genug ist, wird untergehakt und dann geht es in einem wilden Drehflug den Glasturm auf und ab – die Jungs hatten dabei sichtlich Spaß und ich war echt froh, dass ich nur Zuschauerin war! Leider ist das Vergnügen ziemlich schnell vorbei, aber ich glaube, es kann süchtig machen. Am Ende bekommt jeder Teilnehmer eine Urkunde auf der abgehakt wird, was man schon geschafft hat. Sobald man alle Haken hat, steigt man ein Level auf und darf dann bereits mehr alleine ausprobieren. Meinem Sohn fehlen jetzt noch 2 Haken und ich denke, dass wir schon bald wiederkommen.

Windobona Berlin

VR Nation

Eine Virtual-Reality-Mission hatten wir schon lange auf dem Schirm. Die hohen Kosten hatten uns bisher abgeschreckt, aber nun wollten wir es endlich mal austesten. Es gibt inzwischen gleich mehrere Anbieter. Wir entschieden uns für „VR Nation” in der Leipziger Straße in Mitte. Vor allem, weil es dort eine Mission gibt, die bereits ab 12 Jahren freigegeben ist: „The Temple of the Diamond Skull”. Wir waren ganz schön aufgeregt!

Vor Ort darf man sich erstmal an das System VR herantasten, bevor man das Equipment angezogen bekommt.

VR Nation

Kopf, Oberkörper, Hände und Füße werden mit Sensoren ausgestattet, sodass ihr als Avatar mitten im Spiel landet. Im ersten Moment war das ganz schön ungewohnt. Ihr könnt mit euren Mitspielern sprechen und gemeinsam müsst ihr den Diamantschädel finden – über die Mission will ich natürlich nicht zu viel verraten, nur soviel: wir haben es geschafft! Die halbe Stunde kam mir vor wie fünf Minuten, die Zeit vergeht dabei echt wie im Flug. 

Obwohl wir alle begeistert waren, war die einstimmige Meinung der drei männlichen Teilnehmer, dass sie gerne Waffen gehabt hätten. Sie hätten zu gerne ein paar Zombies abgeschossen. Ich fürchte also, dass unser nächster Besuch noch fünf Jahre warten wird – ab 18 darf man bei „The Lost City” den Kampf gegen Untote aufnehmen.

JUMP House

Das JUMP House in Reinickendorf ist natürlich nicht nur für Jugendliche spannend, auch kleine Kids hopsen gerne auf Trampolinen herum. Allerdings können jüngere Kinder nicht alle Attraktionen nutzen, der Sky Ninja beispielsweise ist ab 12 Jahren. Dabei fliegen Wagemutige in sieben Metern Höhe an einer Zipline über die Trampolins hinweg. Und auch der Survival Jump (Takeshi’s Castle lässt grüßen!) erfordert schon einiges an Koordination und Ausdauer.

Ich meinte es besonders gut und buchte gleich zwei Stunden – das ist denke ich das Maximum, das hier Sinn macht. Eigentlich ist auch eine Stunde ausreichend, spätestens nach anderthalb Stunden waren die Jungs nämlich schon echt platt. Spaß hatten sie allemal und ihr müsst natürlich auch nicht so tief in die Tasche greifen wie bei den anderen Tipps.

JUMP House

Noch mehr Action für Teens

Escape Rooms sind vor einigen Jahren in Berlin geradezu aus dem Boden geschossen. Ich entschied mich einfach für einen in der Nähe unserer Wohnung und wir besuchten das Labyrintoom in der Wartenbergstraße 35/36 in Lichtenberg. „The Wizard’s Cabinet“ war durchaus kurzweilig, aber so ganz überzeugt hat es mich nicht. Wir brauchten relativ oft Hilfe und teilweise haben die Mechanismen so langsam reagiert, dass wir eigentlich richtige Ideen schon wieder verworfen hatten, weil wir vielleicht nicht geduldig genug waren. Die Idee von diesen Escape Rooms finde ich aber insgesamt super und wir werden auf jeden Fall noch andere Räume testen.

3D-Schwarzlichtminigolf könnt ihr beispielsweise im Doccx Freizeitcenter am Tempelhofer Hafen buchen. Die leuchtenden Bilder, die überall aus den Wänden hervortreten, sind auf jeden Fall ein toller Anblick, allerdings stören die Pappbrillen etwas beim Spielen, da sie nicht besonders gut halten. Insgesamt würde ich das eher für Grundschulkinder empfehlen, den Teens verging irgendwie nach einer Weile ein bisschen die Lust. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass die Woche eben schon mit weitaus actionreicheren Highlights vollgepackt war.

Fazit

Auch für Kinder ab 13 kann man in Berlin viele kurzweilige Unternehmungen finden. Diese sind nur leider nicht wirklich tagesfüllend und eben auch etwas preisintensiv. Spaß hatten wir auf jeden Fall und ich werde euch sicher bald mit der nächsten Teenager-Liste versorgen.

(Ich habe alle genannten Plätze selbst ausgewählt, voll bezahlt und die Beschreibung spiegelt meine persönliche Meinung wider.)

Familienwochenende in Beelitz

Alles begann mit der Idee einmal einen Baumwipfelpfad zu besuchen. Von Berlin aus liegt da ein Trip nach Beelitz natürlich auf der Hand und ich mag Lost Places wie die Heilstätten ohnehin sehr gerne. Da wir generell ohne Auto unterwegs sind, wollte ich den Ausflug entspannt mit einer Übernachtung und ein bisschen Landfeeling verknüpfen – und tatsächlich waren die Heilstätten am Ende nicht das Highlight der Fahrt …

Der Beepark – ein kleines Paradies

Ich stöbere gerne in den Unterkünften bei Airbnb, aber selten war ich sofort so hin und weg wie beim Fund des Beeparks – das perfekte Ziel für Stadtkinder. Und meine Erwartungen wurden kein bisschen enttäuscht! Direkt bei der Ankunft waren wir alle total begeistert von unserem kleinen Zuhause auf Zeit, einem weißen Rundzelt inmitten des liebevoll-wilden Gartens von Juli.

www.beeparkbeelitz.de

Wir bekamen eine kleine Einweisung und erfuhren auch Spannendes über die süßen braunen Soay-Schafe des Minihofes und machten es uns dann erstmal eine Weile auf den Liegestühlen und Hängematten gemütlich. Wirklich herrlich entspannt und absolut ruhig. Zu etwas Besonderem wird der Garten außerdem durch die vielen liebevollen Details wie Insektenhotels, Lichterketten und Windspielen in den Bäumen. 

Historischer Rundgang durch Beelitz

Ein bisschen wollten wir uns natürlich auch die Stadt ansehen. Vom Beepark dauert es zu Fuß keine zehn Minuten in die Altstadt, wo ihr einen kleinen Spaziergang um die Marienkirche machen könnt. Die Läden schließen hier samstags leider bereits um 12 Uhr und außer etwa fünf anderen Besuchern, die Fotos mit seltsamen Spargelstangen machten, war hier niemand unterwegs – ein ziemlicher Kontrast zu Berlin!

Wir entschieden uns für die Einkehr in das wirklich urige Restaurant „Zur Alten Brauerei”. Hier wurde noch bis ins 20. Jahrhundert gebraut und das Gebäude geht auf das Jahr 1650 zurück. In dem großen Innenhof mit Sonnenschirmen könnt ihr gemütlich sitzen und meine Tochter war ganz begeistert von den Kaninchen. 

Am Abend freuten wir uns dann schon wahnsinnig auf die Nacht im gemütlichen Zelt …

Foto by https://www.instagram.com/juliweisrock/

Baum und Zeit – über den Heilstätten

Baum und Zeit

Am nächsten Morgen war es leider schon Zeit Abschied zu nehmen. Ein Bus bringt euch von Beelitz schnell bis direkt zu den Heilstätten. Dort war es wahnsinnig voll und wir mussten etwa eine Stunde anstehen, bis wir zum Baumwipfelpfad gelangten. Aber keine Sorge, das Warten lohnt sich. Zuerst könnt ihr auf den Aussichtssturm steigen – ganze 200 Stufen führen bis zur obersten Plattform und ich muss zugeben, dass mein Griff um das Geländer immer fester wurde. Schwindelfrei muss man definitiv sein, aber von oben bietet sich ein wirklich fantastischer Ausblick.

Baum und Zeit

Der Steg über die Ruine des „Alpenhauses” mit dem seit 1945 wuchernden Dachwald und gibt spannende Einblicke in die oberen Etagen des Gebäudes. Doch auch unterhalb des Baumkronenpfades ist das Gelände wildromantisch und voller Details.

Auf dem Weg zum Bahnhof könnt ihr noch einen kleinen Abstecher zum ehemaligen Heizkraftwerk der Heilstätten machen. Die Spitze des Wasserturms konnte man bereits von Weitem von der Aussichtsplattform durch die Baumwipfel blitzen sehen. Dort wird zwar gerade gebaut, ihr könnt aber dennoch bis fast an das Gebäude ranlaufen und auch die dortigen Infotafeln lesen – und ihr seid dabei eventuell ganz alleine. 

Historischer Wasserturm Heizkraftwerk Beelitz

Fazit

Ein wirklich schönes Wochenende, das allen Familienmitgliedern Spaß gemacht hat. Ich werde eventuell bald nochmal alleine für eine geführte Fototour durch die verlassenen Bauwerke der Heilstätten wiederkommen und definitiv werden wir nächstes Jahr wieder bei Juli im Beepark übernachten – dann am besten gleich mehrere Nächte!

Too Good To Go in Berlin – meine Lieblinge

Nachhaltigkeit liegt mir am Herzen. Seit Corona habe ich wie viele andere auch jedoch beschlossen, dass ich noch deutlich mehr tun kann als bisher. Ich lud mir darum die App „Too Good To Go” herunter, um mich gegen Lebensmittelverschwendung zu engagieren. Die ersten Tage lief ich immer wieder zu Backwerk um die Ecke und holte uns eine bereits zusammengestellt Überraschungstüte. Die anfängliche Begeisterung schlug aber ziemlich schnell in Übersättigung um – Spinatbörek und Würstchen im Blätterteig kann man einfach ziemlich schnell nicht mehr sehen. Dann wird es Zeit für weitere Wege und schöne Neuentdeckungen. 

Überraschungstüte

Verzuckert Berlin

Geretteter Kuchen von Verzuckert Berlin

Wer Lust auf richtig feine Törtchen und Kuchen hat, der ist im Café „Verzuckert Berlin” an der richtigen Adresse. Pro geretteter Portion bekommt ihr 2 leckere Teile, die bereits als Überraschung in umweltfreundlichen Pappschachteln verpackt werden. Günstig die WG versorgen könnt ihr damit nicht, aber euch was echt Köstliches gönnen! Schade, dass die Abholzeit bereits nach der offiziellen Öffnungszeit liegt, das Café ist nämlich genau wie die süßen Leckerbissen mit ganz viel Liebe zum Detail gestaltet. Ein Besuch in der Schreinerstraße 61 in  Friedrichshain lohnt sich also auch mal einfach so – ohne eine Leckerei zu retten. Geöffnet ist leider momentan nur am Wochenende.

Ausbildungsrestaurant am Kuhgraben

Das Lokal „Ausbildungsrestaurant am Kuhgraben” ist Teil eines sozialen Projektes und überraschend schön. Wenn ihr in der Pfarrstraße 111 in Lichtenberg den Hinterhof betretet, steht ihr direkt vor der berankten Remise und dem kleinen gemütlichen Biergarten. Momentan könnt ihr euch hier immer donnerstags Überbleibsel des wöchentlich wechselnden Mittagstisches mitnehmen. Nicht immer ist alles schon komplett zubereitet, ihr erhaltet auch beispielsweise Schupfnudeln oder Gnocchi mit denen ihr selbst noch etwas kochen könnt. Aber natürlich sind auch fertige Gerichte wie Fischfilet mit Spargelsalat dabei. Da die Abholzeit noch während der Öffnungszeiten liegt, könnt ihr an sonnigen Tagen noch auf der schönen Terrasse einen Kaffee trinken.

Mein Tipp: Bringt unbedingt fest verschließbare Gläser mit, dann bekommt ihr fast immer tolle Suppen eingepackt – Fenchel-Karotte, Spargelcreme oder auch Linseneintöpfe.

Berlin Beef Balls

Die leckeren Fleischbällchen von „Berlin Beef Balls” sind kein Geheimtipp, denn der Stand befindet sich in der beliebten Markthalle Neun. Kommt am besten etwas früher, dann könnt ihr noch ein bisschen durch die historische Halle im Szenekiez Kreuzberg 36 schlendern und euch umsehen. Den Stand von BBB findet ihr mit seiner leuchtend grünen Rückwand ganz leicht und das beste: Das Rindfleisch stammt aus artgerechter Haltung. Nicht von irgendeiner Großschlachterei, wo einem die Bulette nicht mit gutem Gewissen runtergeht, sondern von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Das Besondere an den Beef Balls sind außerdem die vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die von klassisch über indisch und mexikanisch bis thailändisch reichen. Die Öffnungszeiten sind durch Corona momentan sehr eingeschränkt, sodass ihr nur selten bei TGTG eine Portion inseriert findet und die ist dann auch immer sehr schnell weg – die besten Chancen habt ihr momentan samstags. Leider wurde meine Portion in Alufolie verpackt, das sollte noch geändert werden, denn man wird beim Reservieren ohnehin aufgefordert Frischhalteboxen mitzubringen.

Mein Tipp: Direkt neben dem Stand von BBB findet ihr die Bio-Bäckerei „endorphina Backkunst”, die auch bei Too Good To Go mitmacht.

Milch und Zucker

In der Warschauer Straße 70 befindet sich die Filiale in Friedrichshain von „Milch und Zucker”. Eigentlich ist das eher ein gemütliches Café, allerdings gibt es auch einen täglich wechselnden Mittagstisch. Falls mehrere Gerichte übrig sind, dann dürft ihr euch aussuchen, was ihr mitnehmen wollt. Verpackt wird umweltfreundlich in Pappschachteln. Wer vorher checken will, was es denn gab, der kann online einen Blick in die Speisekarte werfen. Ich fand sehr lecker was ich bisher hatte und ich mag vor allem die entspannte Abholzeit – ein Zeitfenster von 2 Stunden gibt es fast nirgendwo.

Wahrhaft Nahrhaft

Wahrhaft Nahrhaft
Wahrhaft Nahrhaft

Am „Wahrhaft Nahrhaft” in der Revaler Straße 16 mag ich vor allem die wild zusammengewürfelten Vintage-Möbel, die ich auch gerne in meinem eigenen Wohnzimmer hätte. Um sich dort eine TGTG-Portion zu holen, sollte man allerdings schon etwas experimentierfreudig sein, denn die hausgemachten Kreationen treffen eventuell nicht immer den eigenen Geschmack und ihr bekommt eine bereits gepackte Überraschunsgportion. Ich hatte zum Beispiel schon einmal einen Bagel mit Gorgonzola, Rucola, Preiselbeeren und Blaubeeren – das war schon etwas gewöhnungsbedürftig. Andererseits probiert man so mal etwas, das man sich sonst eventuell nie bestellt hätte. Dazu gab es zwei leckere Stück Kuchen und einen Obstsalat. 

Fazit:

Bei meinen Lieblingen werde ich auf jeden Fall immer wieder gerne Essen retten. Am besten speichert ihr euch eure persönlichen Spitzenreiter in der App unter “Favoriten” ab, dann könnt ihr direkt auf einen Blick sehen, ob es irgendwo ein Angebot gibt. 

(Ich kooperiere weder mit TGTG noch mit einem der genannten Restaurants/Cafés. Ich möchte lediglich Spaß und Interesse am Lebensmittelretten wecken.)

Ab ins Grüne – drei Ausflüge in Berlin mit Kindern

Stadtkinder brauchen Natur und die Möglichkeiten für Ausflüge in Berlin sind riesig. Wer direkt in der Innenstadt bleiben möchte, der findet in den vielen Parks schöne Ecken mit Spielplätzen oder Planschen, Kinderbauernhöfe oder lauschige Plätze am Wasser zum Enten füttern. Falls ihr ein bisschen Zeit habt, dann lohnen sich Touren außerhalb der City. Mit der richtigen Auswahl könnt ihr euren Trip gleich noch mit Sightseeing oder mit spannendem Umweltwissen verbinden. Hier drei Ideen, die uns in letzter Zeit viel Spaß gemacht haben.

Teufelssee und Müggelturm – Sagen, Naturlehrpfad und fantastische Aussichten

Unter Köpenickern sind die Ausflugsziele in den Müggelbergen natürlich kein Geheimtipp – aber auch Innenstädter und Berlinbesucher sollten gelegentlich mal in die Gegend fahren. Besonders belebt ist der Müggelsee, etwas ruhiger ist es am kleinen Teufelssee, der sich allerdings nicht zum Baden eignet. 

Am besten nehmt ihr am S-Bahnhof Köpenick den Bus 169 Richtung Müggelheim und steigt an der Haltestelle Rübezahl aus. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zu einem Holztor auf dem „Lehrkabinett, Teufelssee, Müggelturm” steht. Direkt dahinter solltet ihr gleich eine Stunde Zeit für den Waldspielplatz einplanen bis die Kids genug von Drehpilz, Schaukel und Rutsche haben. Ein kleiner Schotterweg führt von dort bergab bis zu der Stelle, an der ihr auf einen Holzsteg gelangt. Dieser führt euch direkt über das Teufelsmoor und von mehreren Aussichtsplattformen mit Sitzbänken könnt ihr auf den kleinen See blicken.

Auf zahlreichen Infotafeln lernt ihr auf dem Lehrpfad rund um den See viel über die Pflanzen- und Tierwelt in dem Biotop. Kleinere Kinder sind aber oft längst schon um die nächste Ecke bevor man die ganze Texte gelesen hat. Aber allein wenn ihr vom Steg aufs Wasser schaut entdeckt ihr Libellen, Enten und sogar kleine Schlangen – das ist eigentlich schon spannend genug. Oder wer findet den den geschnitzten Holzkopf, der aus dem Moor herausragt?

Holzfigur im Teufelsmoor

Statt vor Ort die Tafeln zu studieren, könnt ihr euch auch vorab über die zahlreichen Mythen belesen, die sich rund um das geheimnisvolle Gewässer ranken. Das Buch „Der Teufelssee als mystischer Ort“ von Ernst Michael Schwarz wäre eine Möglichkeit, aber natürlich werdet ihr auch online fündig. Am bekanntesten ist sicher die Geschichte der Prinzessin, die nach einer Verwünschung samt ihrem prächtigen Schloss im Moor versank. Aber auch ein Wassermann soll hier wohnen sowie die Wendin Wanda, die hier einst eingemauert wurde und nun einmal pro Jahr aufsteigt, um nach ihrem Ehemann zu suchen … mit den Geschichten sorgt ihr eventuell für mehr Begeisterung als es mit Botanikinfos der Fall ist.

Am Ende des Steges führen etliche Stufen den kleinen Müggelberg hinauf zum Müggelturm. Wer da noch Energie hat, der kann die 150 Stufen bis zur Aussichtsplattform erklimmen und hat von dort eine tolle Sicht über den Müggelsee. Aber auch von der Terrasse des Restaurants aus überblickt ihr die schöne Landschaft und könnt nebenbei gemütlich ein Eis essen.

Müggelturm mit Restaurant

Zeitreise ins Mittelalter im Museumsdorf Düppel

Die mit öffentlichen Verkehrsmitteln von uns aus doch recht lange Anfahrt hatte mich bisher abgeschreckt, aber am ersten Wochenende mit Programm nach der Coronaschließung wollte ich nun endlich mal nach Düppel. Ich mobilisierte einen alten Schulfreund und seine zwei Töchter und es hat sich absolut gelohnt! Am besten fahrt ihr von der Innenstadt mit der S1 bis zum Mexikoplatz und nehmt von Dort den Bus 118 oder 622. Ab Haltestelle „Clauertstraße” müsst ihr noch etwa 400 Meter bis zum Eingang laufen.

Dass sich das Freilichtmuseum genau an dieser Stelle befindet ist übrigens kein Zufall – in den 60er Jahren entdeckten Wissenschaftler hier Siedlungsreste auf denen einige Jahre später das Museumsdorf errichtet wurde. Beim Bau wurden ausschließlich mittelalterliche Werkzeuge und Techniken verwendet und es entstand ein Areal, das die mittelalterliche Bau- und Lebensweise während des 13. Jahrhunderts authentisch nachbildet. Wir gehörten zu den ersten Besuchern an diesem Tag und die drei Mädels stürmten aufgeregt los. Den ersten Stopp legten sie bei der Imkerei ein, wo auch gleich ein Glas vor Ort produzierter Lindenhonig gekauft wurde.

Imkerei im Museumsdorf Düppel

Weiter ging es Richtung Dorfplatz. Das Thermometer zeigte schon fast 30 Grad an, was man dank der vielen Schatten spendenden Bäume bisher kaum bemerkte. Dann wurde erstmal eine Runde im Stroh gespielt. 

Strohspielplatz Museumsdorf Düppel

Danach betretet ihr durch eine Eichenholz-Palisade den hufeisenförmig angelegten Dorfplatz mit etlichen reetgedeckten Häusern. In jedem erfahrt ihr etwas über das Leben und Arbeiten im Mittelalter, beispielsweise über das Mahlen von Getreide.

Dorfplatz Düppel

Spannender als die Häuser fanden die Mädels die Mitmach-Stationen auf dem Dorfplatz, an denen geduldige Mitarbeiter den Besuchern den Lebensalltag der damaligen Bauern näher bringen. Wie wird Flachs gewonnen und wie entstehen daraus Fasern für Leinenstoff? Gefühlte Stunden verbrachten wir an der Webereistation. An kleinen Webrahmen können die Gäste hier hübsche Kunstwerke anfertigen. Armbänder und ein kleiner Teppich für die Puppenstube entstanden dabei – darauf sind Kinder natürlich besonders stolz.

Weben im Freilichtmuseum Düppel

Als nächstes standen mittelalterliche Spiele auf dem Programm. Wer hätte gedacht, dass man im Mittelalter bereits gekegelt hat? Die Kleinen tobten sich außerdem mit Stelzen, Hula-Hoop-Reifen, Steckenpferden und Wikingerschach eine Weile aus.

Mittelalterspiele in Düppel
Am Dorfplatz im Museumsdorf Düppel

Dann wurde in der Mitte des Dorfplatzes mit Stein, Eisen und Stroh ein Feuer angezündet und wir entscheiden uns für eine kleine Stockbrotpause, bevor wir den Rundgang fortsetzten. Dieser führt weiter zu den Wiesen und Ställen der tierischen Dorfbewohner. Ochsen, Skudden-Schafe und Weidenschweine, die speziell für das Museum zurückgezüchtet wurden, werden hier gehalten. Aber erwartet keinen Streichelzoo. Die Tiere standen abgesehen von den Ochsen ziemlich weit vom Zaun entfernt und man konnte sie leider kaum sehen. Ihr passiert noch eine Töpferei und eine Schmiede, dann seid ihr am Ende des Rundganges angekommen. 

Wir haben ziemlich genau 4 Stunden im Museum verbracht und nicht nur einiges gelernt und Spaß gehabt – auf dem Heimweg wünschte sich meine Tochter einen Webrahmen: das merke ich mir definitiv für regnerische Herbsttage!

Idylle in Marzahn –Schlosspark Biesdorf

Marzahn ist viel besser und grüner als sein Ruf. Und auch wenn es weit weg klingen mag – ab Ostkreuz erreicht ihr die Haltestelle Biesdorf mit der S5 in nur 9 Minuten. Zugegeben, den Ausflug machten wir in erster Linie für mich, aber auch meine Tochter konnte dem Trip einiges abgewinnen, denn Start- und Endpunkt bildete der Spielplatz, an dem ihr direkt am Ausgang des Bahnhofs vorbeikommt.

Spielplatz am Schlosspark Biesdorf

Nach etlichen Fahrten mit der Seilbahn und einem kleinen Piratenabenteuer geht es weiter zum Eingang des Schlossparks, der nur wenige Schritte entfernt liegt. Über eine schattige Allee, die an heißen Sommertagen wohltuend kühl ist, gelangt ihr vorbei an Lesegarten und Teehaus zum Schloss.

Allee im Schlosspark Biesdorf

Das Schloss ist eigentlich „nur” eine spätklassizistische Villa, mutet mit ihrem herrschaftlichen Treppenaufgang und dem achteckigen Turm aber durchaus majestätisch an. Es wurde 1868 errichtet und viele Jahre von der Industriellenfamilie Siemens bewohnt.

Schloss Biesdorf
Wer entdeckt den Teufel?

Vorbei am Schloss könnt ihr eine entspannte Runde durch den Park drehen. Meistens ist hier nicht sehr viel los und die kleinen Plätze wie der Fontänenteich oder der Eiskeller mit der doppelten Freitreppe warten nur darauf von euch entdeckt zu werden. Übrigens wurde die historische Anlage bereits mit dem „Green Flag Award” ausgezeichnet. Die grüne Fahne steht für offen, besucherfreundlich und sauber. Als nach unserem gemütlichen Spaziergang wieder das rote Bauwerk in Sicht kommt, freuen wir uns schon auf den Besuch des Cafés.

Schlosspark Biesdorf
Schloss Biesdorf

Obwohl dieses innen mit Parkettboden und einer jugendstilähnlichen Einrichtung wirklich einladend ist, setzten wir uns bei schönstem Sonnenschein natürlich lieber auf die schattige Terrasse. Von hier habt ihr einen schönen Blick auf den Schlosspark während ihr euch eine süße Leckerei schmecken lasst. Das Angebot reicht von hausgemachten Torten über Muffins und Cookies bis hin zu Cakepops

Café Schloss Biesdorf