Kurzurlaub in Oranienburg mit Kind

Nachdem in Beelitz die Unterkunft das Highlight unserer Tour war, plante ich diesmal umgekehrt und suchte das Ziel ausschließlich nach der Übernachtungsmöglichkeit für meine Tochter und mich aus. Die Wahl fiel auf Schmachtenhagen, einen etwas außerhalb gelegenen Ortsteil von Oranienburg, wo wir in einem gemütlichen Bauwagen direkt an einer Pferdekoppel wohnten. Das Rahmenprogramm stand auch schnell fest: neben Pferde striegeln und reiten, plante ich einen Besuch im Freizeitpark Germendorf, im Schloss Oranienburg und im Schlosspark mit seinem riesigen Abenteuer- und Wasserspielplatz.

Auf ins Landabenteuer

Ich war nie ein klassisches Pferdemädchen, trotzdem gefiel mir die Vorstellung in einer kleinen abenteuerlichen Unterkunft direkt an einer Koppel ein paar gemütliche Tage zu verbringen. Die Anreise ohne Auto muss allerdings sorgfältig geplant werden, denn Schmachtenhagen gehört zwar zu Oranienburg, liegt aber nicht wirklich im Stadtgebiet, sondern jwd. Die Busse fahren maximal alle 2 Stunden und am Wochenende noch etwas seltener. Nach einer kleinen Odyssee erreichten wird die Haltestelle „Bauernmarkt”, wo ihr inzwischen nur noch Überreste des einstigen Oberhavel Bauernmarktes findet. Die gesamte Anlage soll wohl abgerissen werden, im Moment bewohnt jedoch noch ein einsamer Pfau den Streichelzoo und drei gigantische Trampoline stehen auf einer Wiese – meiner vierjährigen Tochter war das mehr als genug und sie tobte sich erstmal ordentlich aus, bevor wir über einen von Strohballen gesäumten Feldweg zum Reiterhof marschierten. Der gefiel mir auf Anhieb super und sogar noch deutlich besser als auf den Fotos bei Airbnb. 

Reiterhof in Schmachtenhagen
Reiterhof Schmachtenhagen

Ausflug nach Germendorf

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserem ersten Ausflug. Wir gingen schon früh los, um noch auf dem Bauernmarkt ein wenig zu spielen, bevor uns der zweite Bus des Tages nach Oranienburg brachte. Der Dinopark liegt leider in einem ebenso abseits gelegenen Ortsteil – nur genau auf der anderen Seite der Stadt. Da wir keine weiteren Pläne hatten war das aber nicht weiter schlimm. Und Germendorf ist die Anfahrt mehr als wert, denn euch erwarten hier Zoo, Freizeitpark, Dinowelt und sogar Strandbad in einem und es kostet für Erwachsene nur 5 Euro Eintritt. Kinder zahlen sogar nur 2 Euro. Hier kann man sich locker den ganzen Tag aufhalten.

Tier- und Freizeitpark Germendorf

Ein absolutes Highlight ist, dass sich einige Tiere völlig frei im Park bewegen können und teilweise nur wenig Scheu vor Menschen haben. Da wir unter der Woche da waren, traute sich das Damwild heraus und lief direkt neben uns her. Einige Tiere warteten bereits an den Futterautomaten und wir hatten keine Chance – bevor wir das Granulat herausnehmen und verteilen konnten, steckten bereits mehrere Zungen am Auslass und schnappten das Essen direkt weg. Spaß macht das aber natürlich trotzdem! Das Areal mit den Dinosauriermodellen in Originalgröße finde ich ja ein bisschen gruselig und noch unheimlicher, wenn wenig Leute unterwegs sind. Meiner Tochter ging es genauso und an manchen Stellen sind wir vorsichtshalber ein Stück gerannt.

Da wir mit dem Wetter Glück hatten, wateten wir ein bisschen durch das Wasser an dem kleinen Badeteich und saßen entspannt im Sand. Allerdings ging meine Kleine nur rein, wenn ich mitkam und ihre Hand hielt. Die monströse Riesenkrake in dem kleinen Tümpel ist aber auch wirklich ein bisschen creepy!

Krake, Tier- und Freizeitpark Germendorf

Hüpfburg, Märchenbahn, Spielplatz – wir nahmen alles mit und erwischten am frühen Abend noch den letzten Bus ins Nirgendwo. Meine Tochter schlief direkt als wir saßen …

Spaß im Schlosspark Oranienburg

Vom S-Bahnhof ist es nicht weit bis zum Schloss, ihr könnt die Strecke leicht laufen. Das Anwesen leuchtet euch wenn ihr näher kommt auf der anderen Seite der Havel in strahlendem Weiß entgegen.

Schloss Oranienburg

Die Anlage geht auf einen Landsitz zurück, der im 17. Jahrhundert für Louise Henriette von Oranien errichtet wurde, der Ehefrau des damaligen Kurfürsten. Da meine Kleine im Moment noch meine Begeisterung für Schlösser teilt war klar, dass wir auch eine Runde durch das Museum drehen. Eine Sitzgruppe aus Elfenbein, die in Südamerika hergestellt wurde, hat uns besonders gefallen. Aber Auch die riesigen vergoldeten Kelche in der Silberkammer – sie überlegte, wie groß der Mensch wohl war, der daraus getrunken hat … nach etwa einer Stunde schlenderten wir dann weiter in den Schlosspark, der für die Landesgartenschau 2009 neu gestaltet wurde.

Schlosspark Oranienburg

Es gibt einen historischen Teil und kleinere Themengärten, allerdings haben wir es gar nicht geschafft uns das anzusehen, da wir mehrere Stunden auf dem Wasser- und Abenteuerspielplatz verbrachten. Man sah schon von Weitem die bunten Hüpfkissen und dann gab es kein Halten mehr …

Schlosspark Oranienburg

Die wahrscheinlich größte Attraktion ist die Planschanlage mit dem großen Wal und den Fontänen. Durch diese fließt Wasser durch mehrere Kanäle, wo Kinder Wasser mit Schleusen aufstauen können. In den Sommerferien ist hier sicher die Hölle los. Außerdem gibt es ein großes Spielhaus mit Rutschen und einem Twisterspiel – die Idee haben wir zuhause gleich übernommen und mit Tapete und Pappe nachgebastelt.

Oranienburg für kleine Pferdefreunde

Als wir vom Schlosspark zurück zum Hof kamen war gerade der Hufschmied da, dem wir beim Beschlagen zusehen durften. Die Reitlehrerin Tanja hat uns noch ein bisschen was dazu erzählt und wir bekamen ein Hufeisen als Andenken geschenkt. Am nächsten Morgen war es endlich soweit und eine Reitstunde stand an. Zuerst wurde gestriegelt, dann durfte sie aufsitzen und es ging los. Sie war am Anfang natürlich etwas unsicher, aber mit der Zeit immer entspannter. Ich denke, dass ihr das lange in Erinnerung bleiben wird.

Fazit

Für einen Kurzurlaub in Oranienburg ist für Kinder jede Menge Abwechslung geboten. Verbunden mit einer Abenteuerübernachtung kann ich es euch absolut empfehlen! Den nächsten Trip werde ich auf jeden Fall wieder anhand der Unterkunft aussuchen … ich hab schon eine wunderbare Favoritenliste!

Familienwochenende in Beelitz

Alles begann mit der Idee einmal einen Baumwipfelpfad zu besuchen. Von Berlin aus liegt da ein Trip nach Beelitz natürlich auf der Hand und ich mag Lost Places wie die Heilstätten ohnehin sehr gerne. Da wir generell ohne Auto unterwegs sind, wollte ich den Ausflug entspannt mit einer Übernachtung und ein bisschen Landfeeling verknüpfen – und tatsächlich waren die Heilstätten am Ende nicht das Highlight der Fahrt …

Der Beepark – ein kleines Paradies

Ich stöbere gerne in den Unterkünften bei Airbnb, aber selten war ich sofort so hin und weg wie beim Fund des Beeparks – das perfekte Ziel für Stadtkinder. Und meine Erwartungen wurden kein bisschen enttäuscht! Direkt bei der Ankunft waren wir alle total begeistert von unserem kleinen Zuhause auf Zeit, einem weißen Rundzelt inmitten des liebevoll-wilden Gartens von Juli.

www.beeparkbeelitz.de

Wir bekamen eine kleine Einweisung und erfuhren auch Spannendes über die süßen braunen Soay-Schafe des Minihofes und machten es uns dann erstmal eine Weile auf den Liegestühlen und Hängematten gemütlich. Wirklich herrlich entspannt und absolut ruhig. Zu etwas Besonderem wird der Garten außerdem durch die vielen liebevollen Details wie Insektenhotels, Lichterketten und Windspielen in den Bäumen. 

Historischer Rundgang durch Beelitz

Ein bisschen wollten wir uns natürlich auch die Stadt ansehen. Vom Beepark dauert es zu Fuß keine zehn Minuten in die Altstadt, wo ihr einen kleinen Spaziergang um die Marienkirche machen könnt. Die Läden schließen hier samstags leider bereits um 12 Uhr und außer etwa fünf anderen Besuchern, die Fotos mit seltsamen Spargelstangen machten, war hier niemand unterwegs – ein ziemlicher Kontrast zu Berlin!

Wir entschieden uns für die Einkehr in das wirklich urige Restaurant „Zur Alten Brauerei”. Hier wurde noch bis ins 20. Jahrhundert gebraut und das Gebäude geht auf das Jahr 1650 zurück. In dem großen Innenhof mit Sonnenschirmen könnt ihr gemütlich sitzen und meine Tochter war ganz begeistert von den Kaninchen. 

Am Abend freuten wir uns dann schon wahnsinnig auf die Nacht im gemütlichen Zelt …

Foto by https://www.instagram.com/juliweisrock/

Baum und Zeit – über den Heilstätten

Baum und Zeit

Am nächsten Morgen war es leider schon Zeit Abschied zu nehmen. Ein Bus bringt euch von Beelitz schnell bis direkt zu den Heilstätten. Dort war es wahnsinnig voll und wir mussten etwa eine Stunde anstehen, bis wir zum Baumwipfelpfad gelangten. Aber keine Sorge, das Warten lohnt sich. Zuerst könnt ihr auf den Aussichtssturm steigen – ganze 200 Stufen führen bis zur obersten Plattform und ich muss zugeben, dass mein Griff um das Geländer immer fester wurde. Schwindelfrei muss man definitiv sein, aber von oben bietet sich ein wirklich fantastischer Ausblick.

Baum und Zeit

Der Steg über die Ruine des „Alpenhauses” mit dem seit 1945 wuchernden Dachwald und gibt spannende Einblicke in die oberen Etagen des Gebäudes. Doch auch unterhalb des Baumkronenpfades ist das Gelände wildromantisch und voller Details.

Auf dem Weg zum Bahnhof könnt ihr noch einen kleinen Abstecher zum ehemaligen Heizkraftwerk der Heilstätten machen. Die Spitze des Wasserturms konnte man bereits von Weitem von der Aussichtsplattform durch die Baumwipfel blitzen sehen. Dort wird zwar gerade gebaut, ihr könnt aber dennoch bis fast an das Gebäude ranlaufen und auch die dortigen Infotafeln lesen – und ihr seid dabei eventuell ganz alleine. 

Historischer Wasserturm Heizkraftwerk Beelitz

Fazit

Ein wirklich schönes Wochenende, das allen Familienmitgliedern Spaß gemacht hat. Ich werde eventuell bald nochmal alleine für eine geführte Fototour durch die verlassenen Bauwerke der Heilstätten wiederkommen und definitiv werden wir nächstes Jahr wieder bei Juli im Beepark übernachten – dann am besten gleich mehrere Nächte!